Agnihotra-Mantra

 

Die zu Sonnenauf- und Sonnenuntergang bei der Durchführung von Agnihotra gesungenen Sanskrit-Mantras stehen in Resonanz mit dem Biorhythmus der Sonne. Sanskrit gilt als vollkommene Sprache, weil dort die Aussprache eines jeden Wortes identisch ist mit dessen kosmischem Klang-Schwingungsmuster. Durch Mantras kann alles energetisch aktiviert und positiv verändert werden. Mantras sind Teile der Tausende Jahre alten vedischen Hymnen.

Auch wenn Ihnen die Worte zunächst ungewohnt erscheinen mögen, ist es doch wichtig, diese so exakt wie möglich zu singen. Man braucht keine Sorge zu haben, damit den eigenen Kulturkreis verlassen zu müssen. Sanskrit ist wie Latein eine Gelehrtensprache. Wörter, die im Sanskrit ihren Ursprung haben, finden sich weltweit in den verschiedensten Sprachen.

 

 


Das Abendmantra:

„Agnaye svaha, agnaye idam na mama;
prajapataye svaha, prajapataye idam na mama“

 

 

Das Morgenmantra:

„Suryaye svaha, suryaye idam na mama;
prajapataye svaha, prajapataye idam na mama“

  Text in Lautschrift
Agnihotra Mantra Noten

 

Beim Agnihotra wird das Mantra jeweils nur 1 Mal gesungen. Der Begriff „svaha“ erscheint zweimal je Mantra, das bedeutet, dass 2 Mal Reis in die Flammen gegeben wird – nicht öfter.

Das Mantra zu Sonnenaufgang beginnt mit Sūryā. Dies bezieht sich nicht auf einen sichtbaren Aspekt, wie die Sonne. Die Sanskritwurzel „Sū“ bedeutet „erschaffen”. Daher wird mit Sūryā ebenso wie mit Prajāpati unser aller Schöpfer angesprochen. Mit „Agni“ wird das ersterschaffene höchste Licht bezeichnet, gleichzeitig jedoch auch das Feuer. Wie man sieht, ist der Inhalt der Sanskritbegriffe sehr komplex, da zu den alt-vedischen Zeiten Gott, seine Schöpfung und die Schöpfungsgesetze nicht als etwas Getrenntes angesehen wurden.

Der Tonabfolge kommt ebenfalls große Bedeutung zu. Mantras werden bei Yagnas eher monoton und ohne besondere Virtuosität gesungen; selbst eine allzu große Inbrunst sollte vermieden werden. Damit hebt sich der Sänger nicht hervor, er unterstellt sich dem ewigen Kontinuum und kann mit dem Feuer eine Einheit bilden. Auf diese Weise nähert er sich dem Ziel des Yagnas: „Idam na mama“ – nichts gehört mir – „Dein Wille geschehe.“

Der Kerninhalt der Agnihotra-Mantras lautet in seiner Bedeutung:

„Licht hinter dem Licht, ich gebe Dir alles. Dein Wille geschehe.“

Um das Lernen der Mantras zu erleichtern, ist im Verlag Horst Heigl eine CD „Agnihotra- und Yagna-Mantras“ erschienen. Auf dieser CD werden die Mantras langsam und wiederholt gesungen – ideal zum Üben. Auch nach Jahren der Praxis lohnt es sich, das eigene Mantrasingen hin und wieder zu überprüfen, damit die volle Wirkung beim Agnihotra gewährleistet ist. Bei einem Besuch am Homa-Hof bekommt jeder ebenfalls gerne Unterstützung für die Feuerpraxis und auf Wunsch eine Überprüfung seiner gesungenen Mantras.

 

Shri Vasant Paranjpe, der 1974 Agnihotra nach Deutschland brachte,
spricht über Agnihotra und führt ein Agnihotra durch.