Die Veden

 

Rig Veda

Zusammen mit der Schöpfung wurden Gesetzmäßigkeiten geschaffen, die ein Leben in Harmonie, Wohlstand und Frieden auf Erden gewährleisten. Das Wissen darüber wurde einst von weisen Rishis (Sehern) gehört und mündlich überliefert, bis es in Schriftform festgehalten wurde – die Veden entstanden. Sie sind in der Sanskritsprache übermittelt und verfasst. Das Wort Veden stammt von der Sanskritwurzel „Vid“ und bedeutet Wissen.

Die insgesamt vier Bücher der Veden gelten als der älteste der Menschheit bekannte Wissensschatz und sind ein weltweites Erbe. Die vedischen Hymnen wurden 2003 von der UNESCO in die Sammlung der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen und 2008 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit übernommen.

In den Veden und der vedischen Literatur stehen tief greifende Geheimnisse zu allen Vorgängen des Lebens. So werden verschiedene Wissenschaftszweige behandelt, wie Menschheitsgeschichte, Physik, Medizin (Ayurveda), Biologie, Astronomie, Mathematik, Soziologie, Psychologie und Philosophie. Es werden die Elemente und verschiedene Arten von Energien beschrieben und auch ein Weg für das harmonische Wirken von Elementen und Energien. Darüber hinaus finden sich ethische und moralische Grundlagen, bis hin zu einem richtigen Umgang mit höheren Kräften und nicht zuletzt die rechte Hinwendung zu Gott.

Die vedische Wissenschaft beruht u. a. auf dem Wissen, dass alles Geschaffene letztendlich auf Schwingungen basiert und miteinander verbunden ist. Dadurch ist es möglich, durch die richtige Resonanz auf alles einen positiven Einfluss zu nehmen. Einen großen Stellenwert nehmen hier die Feuertechniken (Homa, Yagna) ein. Feuer diente schon immer als Mittler zwischen dem Menschen und den höheren Kräften, von denen unser Wohlergehen abhängig ist.

Bereits im ersten Vers des ersten Buches (Rig Veda) kommen die Begriffe „Agni“ und „hotaram“ vor, wie wir sie vom Agnihotra her kennen. Die Feuerrituale werden jedoch nicht beschrieben, wie wir das von einer technischen Anleitung kennen. Die Veden sind vollständiges Wissen. In Form von Klang sind sie die Strukturen des Bewusstseins und der Schöpfung und entspringen einem hohen Bewusstsein mit höchster Ethik. Die Überlieferung der hohen Schwingung steht im Vordergrund. Die Veden können und sollten nur von Menschen mit einem entsprechenden Bewusstsein auf unsere praktische Ebene vermittelt werden. So ist es auch verständlich, dass der von Shree gegebene Fünffache Pfad als Quintessenz der Veden nicht als theoretische Anleitung, sondern als ein Weg der Praxis gegeben wurde.

 

 

अग्निमीळे पुरोहितं
यज्ञस्य देवम् ऋत्विजं
होतारं रत्न धातमम्

Veden und Mantras

Die Schriftzeichen des Sanskrit entsprechen den Lauten, die ein menschlicher Mundraum hervorbringen kann. Sie sollen eine möglichst korrekte Wiedergabe der Klänge gewährleisten. Bei den Mantras steht der Klang im Vordergrund, mit dem bewusst hohe Schwingungen erzeugt werden. Bei einer Übersetzung reduziert sich die Bedeutung auf das individuelle Verständnis und den jeweiligen Bewusstseinszustand, wogegen die Schwingung auf das ganze Wesen wirkt, gleich ob Mensch, Tier, Pflanze oder Stein.